
Ich möchte hier eine alte indianische Legende erzählen: wenn ein Hund, der einen Menschen geliebt hat und der von diesem wieder geliebt wird, stirbt, so geht er ins Regenbogenland, wo alle anderen geliebten Hunde sich nach dieser Welt aufhalten. Dort wartet der Hund, bis sein geliebter Mensch das irdische Dasein verlassen muss. Der Vierbeiner geht ihm dann entgegen und begleitet ihn in die Ewigen Jagdgründe, wo sie beide für immer zusammen sein können.
Merlin hat den Gang ins Regenbogenland angetreten. Er ist am Freitagnachmittag, 21. November 2003 im Alter von nicht ganz 16 Monaten von dieser Welt, die ihn derart gestresst und bedroht hat, erlöst worden. Im Beisein von Kathy und Ändu Boss ist er für immer eingeschlafen. Merlin hinterlässt für seine Menschen eine grosse Lücke. Aber auch für mich, für uns alle, die ihn seit der Welpenspielstunde gekannt haben, verursacht sein Tod Trauer und Schmerz. Aber ich empfinde auch eine riesengrosse Wut für jenen Menschen, der Merlin und viele andere Belgier (ohne Papiere) “züchtet”. Fast alle Hunde von diesem Zwinger sind seelisch krank. Krank gezüchtet, krank gemacht durch nicht artgerechte Haltung. Trost finde ich, finden Kathy und Ändu darin, dass Merlin 14 Monate seines Lebens bei und mit Menschen hat verbringen dürfen, die ihn trotz oder gerade wegen seiner “Macken” geliebt haben.
Irène Hänni-Wyss