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Irène

Hier ein „hundetechnischer“ Steckbrief von mir:

Ich bin schon als Kind eine grosse Tierfreundin gewesen und habe sofort zu Hunden, Katzen, Pferden (und auch Zucht-Schweinen mit kleinen Ferkeln!) den Draht gefunden. Als Fünfjährige habe ich einmal einer Deutschen Dogge, welche als Wachhund in einem Areal angekettet war, helfen wollen, weil die Kette um ihr Vorderbein gewickelt war. Ich bin ganz selbstverständlich zu ihr hin und habe ihre Pfote aufgehoben und die Kette wieder zu recht gerückt. Der Hund war grösser als ich… ich muss ihn wohl etwas erschreckt haben, denn ich hatte eine winzig kleine Verletzung an meinem Ohrläppchen, aber als meine Mutter und die Besitzerin des Hundes mich (mit blutüberströmten Gesicht und Hals – Ohrläppchen bluten ja stark) gefunden hatten, sass ich neben dem ruhig liegenden Hund und liebkoste ihn…

Unsere Familie hatte einen Kater, „Peter“. Er kam zu uns, als ich 2 Jahre alt war und ist mit 21 Jahren eingeschläft worden. Peter war leider ein extremer Hundehasser und so mussten meine Eltern den Gedanken, einen Hund anzuschaffen, bald einmal aufgeben, Peter hatte den einmal gekauften Welpen derart bekämpft, dass wir den kleinen Hund wieder zurückbringen mussten.

Meine Grosseltern züchteten aber Mittelpudel und mit dieser Hündin durfte ich schon als kleines Mädchen ganz allein zum Hundecoiffeur, um sie jeweils für eine Ausstellung scheren zu lassen und ich durfte mehr als einmal bei der Geburt ihrer Welpen dabei sein.

Den Wunsch nach einem eigenen Hund hatte ich immer. Als ich nach ein paar Jahren 100%iger Berufstätigkeit eine Halbtagesstelle angenommen hatte, konnten wir diesen Wunsch erfüllen. Unsere Wahl fiel auf den Schottischen Schäferhund (Collie) und wir hatten das Glück, ein sehr engagiertes und erfahrenes Züchterpaar in Schwarzenburg kennen zu lernen, welches im richtigen Moment sogar Welpen hatte! Andy war unser erster Hund. Ein grosser, selbstbewusster, wesensstarker und wunderschöner Collie-Rüde. Die Züchter hatten uns schon beim ersten Besuch, als der Wurf gerade 4 Wochen alt war, gesagt, dass mit diesen Hunden unbedingt „gearbeitet“ werden müsse. Kurt war Übungsleiter in einem kynologischen Verein und so war es klar, dass ich mit Andy dort mitmachen würde. Uns beiden hat es vom ersten Besuch an (er war 6 Monate alt) sehr gefallen und es hat sich gezeigt, dass mein Rüde wirklich ein Arbeitshund war. Mit meiner damaligen Übungsleiterin zog ich übrigens das grosse Los. Sie hatte uns (1983!) bereits angewiesen, mit Motivation (Wurststücken, Ball) zu arbeiten und unbedingt jeglichen Zwang und jedes grobe Verhalten zu unterlassen. Unsere Gruppe hatte es auch ziemlich schnell geschafft, dass unsere Hunde freudig und erfolgreich sowohl im Alltag wie auch an Prüfungen geführt werden konnten. Die „Schreien- und Schlagen-Gruppen“ mussten auch nach vielen Monaten immer noch mit ihren armen Hunden kämpfen… Ich bin mit Andy sowohl an Sanitätshunde-Prüfungen Klasse 2 wie auch an Suchhundeprüfungen erfolgreich gestartet, obschon wir oftmals als „Exoten“ belächelt wurden, BEVOR wir mit den Arbeiten begonnen hatten. Wir haben dann die Ranglisten oftmals angeführt…

Damals ist mir klar geworden, dass ein Hund kein Befehlsempfänger ist, sondern ein denkendes, fühlendes Geschöpf, das überdies einem fähigen Teamführer gegenüber äusserst loyal sein möchte. Diese Überzeugung habe ich bis heute beigehalten und durch unzählige Weiterbilungen, durch Literatur, durch Erfahrung und wunderschöne Erlebnisse mit und durch Hunde gefestigt!

Nach Andy ist der Weisse Schweizer Schäferhund Mitch zu uns gekommen, nach dem dominanten Andy, der von mir eine absolute Konsequenz in meiner Rudelführer-Rolle verlangte, war Mitch ein wunderbar leichtführiger Begleiter. Er hat mich und meine Führerrolle nie in Frage gestellt, ich konnte bei ihm täglich „den Fünfer gerade sein lassen“, er hat es nie ausgenützt. Spaziergänge mit ihm waren reine Wohltaten und keine Begegnung war irgendwie kritisch. Mit Mitch habe ich in Sanitätshund (Klasse 3), Wasserarbeitshund (Klasse 3 und Rettungsbrevet) und Obedience (Klasse 3) gearbeitet. Er hat die Unterordnung (Fusslaufen) unheimlich geliebt, deshalb bin ich gleich von Anfang an in die damals (1996) neu in die Schweiz gekommene Disziplin eingestiegen und habe die Hundesportart Obedience kennen- und lieben gelernt! Bis heute bin ich von dieser engen Teambindung fasziniert, welche Obedience so auszeichnet.

Ich habe in der Schweiz die Richterausbildung absolviert und von 2004 bis 2008 an 67 Wettkämpfen insgesamt über 1500 Teams gerichtet. Seit 2007 bin ich Internationaler Obedience-Richter. Zweimal durfte ich unter anderem die Schweizermeisterschaft der Belgischen Schäferhunde und einmal (2008) die Schweizermeisterschaft aller Rassen richten. Per 1. Januar 2009 habe ich mich (vorübergehend) auf die Liste der Nicht-amtierenden Richter versetzen lassen, damit die Vereine die neuen Richterinnen, welche im Sommer 2008 die Prüfung bestanden hatten, an meiner Stelle engagieren.

Nachdem Mitch im Mai 2002 eingeschläft werden musste, ist Spike zu uns gekommen. Spike ist ein Malinois-Rüde. Äusserst verschmust, sehr menschenfreundlich, aufgestellt, verspielt und vielseitig interessiert. Im Alltag ein zwar temperamentvoller aber ruhiger, auf dem Übungs- und Prüfungsplatz jedoch ein übereifriger und etwas „lauter“ Hund. Mit ihm arbeite ich in Sanitätshund Klasse 3 und Obedience Klasse 2.

Ab 1986 bin ich beim Collie-Club wie auch in kynologischen Vereinen als Übungsleiterin für Erziehungskurse und für Sanitätshunde tätig geworden. Ab 1994 habe ich auch Wasserarbeitshunde ausgebildet und zusammen mit Kolleginnen einen privaten Platz in der Nähe von Thun gepachtet, wo wir Erziehungskurse angeboten haben. Nachdem ich die Ausbildung zur Welpenspielgruppenleiterin der SKG mit der Prüfung erfolgreich abgeschlossen hatte, gründete ich am 1.5.1997 meine eigene Welpenspielgruppe und Hundeschule.

Nebst einigen Erziehungskurs-Gruppen leite ich hier an zwei Vormittagen in der Woche auch Obedience-Kurse, oft unter Mithilfe meiner Freundin Nicole.

Seit 2007 führe ich 2 bis 3 mal pro Jahr Obedience-Kurswochen (im Schwarzwald und in Locarno) durch. Im Herbst 2009 ist als Kursaustragungs-Ort die Sequoia-Ranch in St. Rémy (F) dazu gekommen.

Im Juli 2009 habe ich die Ausbildung zum SKN-Ausbildner absolviert und erfolgreich mit der bestandenen Prüfung abgeschlossen.

Wer seinen Hund mit Härte und Zwang, mit Zwangshilfsmitteln oder (übermässigem) Druck ausbilden will, ist bei mir fehl am Platz. Mein Motto in der ganzen Hundeerziehung (ob Alltag oder Sport, das ist dem Hund nämlich wirklich egal!) ist „Motivieren statt korrigieren“.

Ich freue mich immer zusammen mit dem Hundeführer und dem Hund, wenn eine Übung zum ersten Mal klappt und die Freude und Begeisterung des „sechsbeinigen“ Teams spür- und sichtbar ist! Es macht mir sehr grossen Spass, mit den verschiedenen Charakteren und Typen zusammen zu arbeiten und individuell auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Teams einzugehen.

Irène Hänni-Wyss, November 2009